Kreuzbandriss

Operative Therapie

DIE KREUZBANDNAHT

(VORDERES KREUZBAND)

In der Geschichte der Kreuzbandchirurgie wurden immer wieder Versuche gemacht, das vordere Kreuzband zu nähen (Kreuzbandnaht) bzw. direkt zu rekonstruieren. Die Ergebnisse in der Literatur waren jedoch eher schlecht, da die Belastung des genähten Kreuzbandes immer wieder zu Lockerung und Instabilität führten. Seit kurzem existiert aber ein neues Verfahren, das sogenannte Ligamys®-System, das durch eine dynamische Stabilisierung des genähten Kreuzbandes zu einem guten Einheilen des Kreuzbandes führt. Daraus ergibt sich der große Vorteil, dass die Propriozeption, also vereinfacht gesagt die Steuerung der Muskulatur durch das erhalten gebliebene Kreuzband, nicht verloren geht. Hinzugefügt werden muss jedoch, dass die Erfahrungen mit diesem System bisher sehr begrenzt sind. Da aber die Möglichkeit einer Kreuzbandersatzplastik voll und ganz erhalten bleibt, ist die Methode der Kreuzbandnaht bei bestimmten Patienten ein durchaus überlegenswertes Verfahren. Zu beachten ist dabei, dass dieses Verfahren aufgrund der optimalen Heilungschancen innerhalb der ersten drei Wochen durchgeführt werden sollte.

Gesundes-Kreuzband

BEVORZUGTE TECHNIK DER KREUZBANDOPERATION

Die aktuell von uns durchgeführte Operationstechnik zum Ersatz des vorderen Kreuzbandes wird, sofern es sich nicht um Sonderfälle handelt, unter Verwendung von ein bzw. zwei Oberschenkelsehnen (Semitendinosussehne, Gracilissehne = Hamstringsehnen) durchgeführt. Diese werden mittels eines kleinen Buttons und einer resorbierbaren Schraube fixiert. Die Schraube löst sich im Verlauf selbst auf und wird durch köpereigenes Gewebe ersetzt. Zudem werden die Bohrlöcher im Oberschenkel- sowie im Unterschenkelknochen hierfür separat angelegt. In manchen Fällen wird auch als primäres Transplantat die Quadrizepssehne eingesetzt, bei wiederholter Kreuzbandoperation am selben Knie erfolgt diese Revision entweder mit den Hamstringsehnen der Gegenseite oder mittels Quadrizepssehnentransplantat desselben Beines. Eine Patellarsehnenplastik wird nur als Reservemöglichkeit bei sehr komplexen Fällen in Betracht gezogen.

Im Folgenden ist der Operationsablauf für alle Interessierten kurz dargestellt. Übrigens entfällt bei dieser Methode eine weitere Operation zur Entnahme von Metallimplantaten.

LETZTE SCHRITTE DER OPERATION

Nach ausgiebigem Testen des eingebrachten Transplantats auf seine Festigkeit, wird dessen unteres Ende, das noch im Bohrkanal des Unterschenkels liegt, mit einer resorbierbaren Schraube fixiert. Nach erneuter intraartikulärer Prüfung des Transplantats erfolgt der Wundverschluss und somit das Ende der Operation.

Kontakt

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